Projekt

Homo- und transfeindliche Einstellungen, Verhaltensweisen und Ausdrücke zeigen sich in vielen gesellschaftlichen Kontexten, in Alltagssituationen, in der Schule/ auf dem Schulhof, im Berufsleben, oder im öffentlichen Raum, sowohl in urbanen oder ländlichen Regionen.

Beleidigungen wie „Schwuchtel“, „Kampflesbe“ oder „Transe“ sind dabei keine Seltenheit unter Jugendlichen aber auch im Jargon von Erwachsenen zu finden. Auch Formen der Ausgrenzung, wie Mobbing, Verdrängung und seelischer wie körperlicher Gewalt gegen LGBTI*- Jugendliche und Erwachsene haben ein erschreckend und konstant hohes Ausmaß in der Gesellschaft angenommen. Diese homo- und transfeindlich motivierten Diskriminierungsformen, die sich letztlich gegen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Gesellschaft richten, sollen nicht tabuisiert oder ignoriert, sondern durch einen positiven und anerkennenden Umgang mit der Vielfalt sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten begegnet werden. Dazu möchte unser Projekt mit seinen Inhalten und Methoden beitragen.

Bei Diversity Box verfolgen wir den innovativen Ansatz mit jungen und älteren Menschen über jugendkulturelle und medienpädagogische Methoden kreativ, kooperativ und in direkter Interaktion mit einem für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt einstehenden Team aus Szene- Vertreter*innen und Medienschaffenden zu Homo- und Transfeindlichkeit zu arbeiten.

Ansatz

Auch vor Jugendkulturen machen diese Diskriminierungsformen und Beleidigungen von LGBTI*- Menschen keinen Halt. Sei es in Form von homofeindlichen Songs und Einstellungen im Rap oder Reggae/ Dancehall, durch das Reproduzieren von stereotypen Geschlechterrollen in der Popkultur allgemein, der Dominanz von Männern und körperbetonter Männlichkeit im Punk und Hardcore oder der Rolle und Repräsentanz von Frauen in den verschiedenen Jugendkulturen.

Neben diesen problematischen Entwicklungen in Jugendkulturen gibt es aber auch viele, oft unbekannte Szene- Initiativen in und außerhalb der Jugendkulturen, die diese Rollenbilder infrage stellen und sich gegen Diskriminierung und für die Anerkennung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt stark machen. Popstars wie David Bowie, Lady Gaga, Conchita Wurst oder die Sängerin Laura Jane Grace sowie die Schauspielerin Laverne Cox sind da nur ein kleiner Ausdruck von einer großen, wenn auch oft im Mainstream unsichtbaren Anzahl an Künstler*innen, die sich reflektiert und auf positive Veränderungen innerhalb der jeweiligen Jugendkulturen zu den Themen Geschlecht, Körper, Sexualität und Identität engagieren.

Das Projekt setzt daher bei der Vielfalt und den oft emanzipatorischen und kreativen Wurzeln und Ausdrucksweisen von Jugendkulturen an und möchte Vorurteile über Homosexualität und stereotype Geschlechterrollen irritieren und auch die queeren Wurzeln vieler Jugendkulturen stärker sichtbar machen.

Neben der Sensibilisierung von Jugendlichen und Erwachsenen zu homo- und transfeindlichen Einstellungsmustern, geht es zudem um die stärkere und generationenübergreifende Verankerungen der Gleichwertigkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuelle und Trans* Menschen in der Gesellschaft sowie um das Aufzeigen von Handlungsoptionen für einen diskriminierungsfreien Umgang untereinander.